53937 Schleiden / Eifel · Am Ruppenberg
Die Pestkapelle
Schleiden
Errichtet 1897 auf einem jahrhundertealten Gelübde – Denkmal des Glaubens, Mahnmal des Friedens und Gedenkstätte für die Gefallenen beider Weltkriege.
Entstehung & Hintergrund
Die Stelle am Ruppenberg wurde gewählt, weil hier alljährlich bei der Schleidener Stadtprozession am Fest Christi Himmelfahrt ein Altar errichtet wurde. Diese Prozession geht auf frühere Flurgänge zurück, in denen um gutes Wetter und eine gute Ernte gebetet wurde.
Als im 17. Jahrhundert die Pestepidemien auch in der Eifel wüteten, beteten die Gläubigen inständig in diesen Pest-Prozessionen um Abwendung der Seuche und gelobten, jährlich eine Dankprozession auszurichten. Dieses Gelübde ist erstmals urkundlich erwähnt am 22. Mai 1664 in den Schleidener Klosterannalen des Franziskanerklosters.
Im Jahr 1896 erwarb die katholische Kirchengemeinde Schleiden von der Stadt ein Grundstück auf der Talseite gegenüber von Schloss und Kirche am Ruppenberg. Die Kapelle wurde 1897 fertiggestellt und seitdem „Pestkapelle" genannt. Seit ihrer Errichtung zieht sie Menschen an, die einen Moment der Ruhe und des Gedenkens suchen, und ist ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Identität von Schleiden.
„Die Kapelle erinnert an die schwere Zeit und an die vielen Menschen, die dem Schwarzen Tod zum Opfer fielen – und mahnt zugleich zum Frieden."
Mehr als ein historisches Baudenkmal
Die Pestkapelle ist nicht nur ein historisches Denkmal, sondern auch ein Symbol der Hoffnung und des Glaubens. Sie ist ein Ort der Stille, an dem Menschen jeden Glaubens innehalten und gedenken können.
Im Jahre 1931 wurde die Kapelle renoviert und dient auch als Kriegerdenkmal zur Ehrung für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden 1948 die Namen der Gefallenen beider Kriege ergänzt. Die Wände der Kapelle tragen diese Namen bis heute.
Die Eintragung in die Denkmalliste der Stadt Schleiden erfolgte im Jahr 1988 als Kriegergedächtniskapelle – bedeutend aus wissenschaftlichen, architektur- und ortsgeschichtlichen Gründen. Der historische Stadtrundgang (Nr. 23) führt Besucher unmittelbar an der Kapelle vorbei.
Chronik der Pestkapelle
Von der Pest im Mittelalter bis zum heutigen Erhaltungsprojekt.
Pest in der Eifel
Pestepidemien wüten auch in der Eifel. Die Schleidener Bevölkerung betet in Prozessionen um Verschonung und leistet das Gelübde einer jährlichen Dankprozession am Ruppenberg.
Erstes urkundliches Gelübde
Am 22. Mai 1664 wird das Gelübde in den Schleidener Klosterannalen des Franziskanerklosters erstmals schriftlich erwähnt. Es verpflichtet die Gemeinde zur jährlichen Prozession zum Ruppenberg.
Grundstückserwerb
Die katholische Kirchengemeinde Schleiden erwirbt von der Stadt Schleiden ein Grundstück auf der Talseite gegenüber von Schloss und Kirche am Ruppenberg.
Bau der Pestkapelle
Die Kapelle wird gebaut und fertiggestellt. Sie erfüllt das jahrhundertealte Gelübde und erhält den Namen „Pestkapelle". Ihre neugotische Architektur mit Spitzbogenportal und Heiligenstatue prägt das Bild bis heute.
Renovation & Kriegerdenkmal I
Die Pestkapelle wird renoviert und als Kriegerdenkmal zur Ehrung der Gefallenen des Ersten Weltkrieges erweitert. Die Namen der Gefallenen werden in die Kapellenwände eingetragen.
Erweiterung nach dem Zweiten Weltkrieg
Die Namen der Gefallenen des Zweiten Weltkrieges werden ergänzt. Die Kapelle trägt fortan das Gedenken beider Weltkriege und wird zur gemeinsamen Erinnerungsstätte.
Letzte große Renovation
Durch die Nachbarn und Anlieger am Kapellenweg erfolgt die bislang letzte umfassende Renovierung und Sanierung. Seitdem hat keine grundlegende Instandsetzung mehr stattgefunden.
Eingetragenes Baudenkmal
Die Pestkapelle wird als Kriegergedächtniskapelle in die Denkmalliste der Stadt Schleiden eingetragen – schutzwürdig aus wissenschaftlichen und besonders architektur- und ortsgeschichtlichen Gründen.
Renovierungsprojekt
Eine Interessengruppe um Heinz Vaßen treibt die dringend notwendige Renovation voran. Die Gründung eines Fördervereins ist in Planung. Die Kapelle braucht Unterstützung – von Bürgern, Institutionen und der Stadt Schleiden.
Wie Sie helfen können →Bilder der Kapelle
Außen- und Innenansichten, Drohnenaufnahmen sowie Details der Pestkapelle am Ruppenberg.
So finden Sie die Kapelle
Die Pestkapelle befindet sich in 53937 Schleiden/Eifel am Ruppenberg, auf der Talseite gegenüber von Schloss und Kirche.
Ab Ortsmitte (Klosterplatz) ist die Pestkapelle über den Wanderweg „Stadtspaziergang" Nr. 23 sowie die „Panorama-Tour" Nr. 23 in nur 0,4 km zu Fuß erreichbar. Ein Hinweisschild vor der Kapelle verweist zudem auf den Eifel-Blick und den jüdischen Friedhof.
Am Ruppenberg
53937 Schleiden/Eifel
Unsere Pestkapelle braucht Ihre Hilfe
Nunmehr ist die Pestkapelle in die Jahre gekommen und bedarf dringend einer Auffrischung und Renovierung. Die Interessengruppe Pestkapelle Schleiden wendet sich an alle Bürgerinnen und Bürger gleich welcher Konfession sowie an Institutionen und Organisationen, dieses historische Baudenkmal gemeinsam für unsere Stadt und unsere Nachkommen zu erhalten.
Mithelfen
Unterstützen Sie die Interessengruppe mit Ihrer Zeit und Arbeitskraft bei den anstehenden Renovierungsarbeiten und der Pflege der Kapelle.
Spenden & Fördern
Finanzielle Unterstützung hilft, Materialien zu beschaffen und Fachkräfte zu bezahlen. Ein Förderverein befindet sich in Gründungsplanung.
Kontakt aufnehmen
Haben Sie Ideen, Informationen zur Geschichte oder Kontakte zu Institutionen? Melden Sie sich – jeder Beitrag ist wertvoll.
Die Geschichte hinter dem Projekt
Der Anstoß zur Erneuerung und Renovierung der Pestkapelle kam von Heinz Vaßen (Anlieger am Kapellenweg), dessen Vater Wilhelm Vaßen unter den in der Kapelle verzeichneten Gefallenen steht. Er fiel in Italien bei Imola und liegt auf dem Soldatenfriedhof Futa-Pass in den Apenninen – dem größten deutschen Soldatenfriedhof in Italien mit 30.776 Gefallenen.
Für Heinz Vaßen ist die Sanierung und Renovierung der Kapelle daher auch als persönliche Gedenkstätte ein besonderes Anliegen. Inzwischen hat sich eine kleine Interessengruppe zusammengetan, um die Renovierungsarbeiten vorzubereiten und voranzutreiben.
Hilfe tut Not! Wir wenden uns an alle Bürgerinnen und Bürger von Schleiden, die sich mit unserer Pestkapelle und dem Denkmal für die Toten der beiden Weltkriege verbunden fühlen.
Sprechen Sie uns an
Wer mit Rat und Tat unterstützen und helfen will – wir freuen uns über jede Kontaktaufnahme. Ob Sie Informationen zur Geschichte beitragen, bei der Renovation mithelfen oder die Kapelle einfach besuchen möchten: Sie sind herzlich willkommen.